Samstag 21. Februar 2026

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Priesterweihe
Erzdiözese Wien/Schönlaub, Stephan Schönlaub / Priesterweihe

Das Sakrament der Weihe

Im dreistufigen Sakrament der Weihe - Diakon, Priester, Bischof, wählt die Kirche Männer aus, um in einer besonderen Weise Christus in seinem Dienst als Lehrer, Hirte und Priester zu repräsentieren.

 

Die Fülle dieses Sakraments stellt der Dienst des Bischofs dar. Dieser erwählt Kandidaten für den priesterlichen und diakonalen Dienst, die ihm bei der Erfüllung seiner Aufgaben zu Seite stehen und weiht sie zu ihrem Dienst.

Die Handauflegung

Jede Weihe erfolgt im Kern durch Handauflegung und Gebet. Diese Elemente sind Kernstück des Sakraments und gehen auf die Apostel zurück. Durch die Handauflegung von einem zum anderen Bischof spricht man auch von apostolischer Sukzession. Gemeint ist die direkte chronologische Linie eines Bischofs bis zu den Aposteln. Auch wenn sie sich die Weihelinie historisch nur bedingt nachweisen lässt, gehört sie zum Verständnis des sakramentalen Weiheverständnisses. Im Wesentlichen teilt die katholische Kirche dieses hierarchische Amtsverständnis mit den orthodoxen und altorientalischen Kirchen. Das Verständnis der Kirchen, die aus der Reformation hervorgegangen sind, ist dagegen ein deutlich anderes.

 

Die Weihe ist unwiderruflich

Eine katholische Besonderheit ist das Verständnis, dass die Weihe den Geweihten unwiderruflich prägt. Die Theologie spricht vom „character indelebilis“ (Unauslöschliches Merkmal). Wie Taufe und Firmung, kann auch das Sakrament der Weihe nicht nihiliert werden, nicht einmal über den Tod hinaus. Auch Bischöfe und Priester, die ihr Amt freiwillig aufgegeben haben oder aus schweren Gründen aufgeben mussten, bleiben Bischöfe und Priester, freilich ohne das Recht, die damit verbundenen Vollmachten auszuüben. Eine Ausnahme bildet ein dringender, unabweisbarer Notfall: wenn ein Sterbender keinen Priester erreichen kann, sind eventuell anwesende „in den Laienstand versetzte“ Priester oder Bischöfe sogar verpflichtet, das Sakrament der Buße zu spenden.

Voraussetzungen für die Weihe

Das Weihesakrament kann ausschließlich unverheirateten, getauften und gefirmten Männern gespendet werden. Das Kirchenrecht verlangt von den Kandidaten einen ungeschmälerten Glauben, eine rechte Absicht, das erforderliche Wissen, einen guten Ruf und die Auszeichnung durch untadelige Sitten, bewährte Tugenden sowie andere physische und psychische Qualitäten.

 

Voraussetzung ist auch eine akademische, theologische Vorbereitung. Priesteramtskandidaten bereiten sich in einem Priesterseminar vor und werden nach gewissenhafter Prüfung durch ihre Ausbildner und des Bischofs zur Weihe zugelassen.

 

Ordensleute bereiten sich innerhalb ihrer Ordensgemeinschaft auf das Weiheamt vor. Die Weihe erfolgt nur mit entsprechender Erlaubnis: Bei Bischöfen durch den Papst, bei Priestern und Diakonen durch den zuständigen Diözesanbischof oder Ordensoberen. Das Versprechen der lebenslangen Ehelosigkeit legen bereits Diakone bei ihrer Weihe ab.

 

Warum nur Männer?

Das Weihesakrament kann in der katholischen Kirche (aber auch in der orthodoxen und altorientalischen Kirche) nur ein Mann empfangen. Der Grund dafür liegt in der fortdauernden apostolischen Tradition, die darauf basiert, dass Jesus Christus selbst ausschließlich Männer in den Kreis der Apostel berufen hat und die Apostel ihrerseits nur Männern die Hände aufgelegt und damit geweiht haben. Papst Johannes Paul II. hat diese Position zuletzt und maßgeblich im Apostolischen Schreiben "Ordinatio sacerdotalis" im Jahr 1994 bekräftigt. Er stellte darin fest, dass aus diesem Grund der Kirche keinerlei Vollmacht zukommt, Frauen die Priesterweihe zu spenden.

Was ist mit verheirateten Männern?
Allerdings können verheiratete Männer zum ständigen Diakonat zugelassen werden. Verheiratete Geistliche, die zur katholischen Kirche wechseln können mit Erlaubnis des Papstes auch bei aufrechter Ehe die Priesterweihe empfangen. In den katholischen Ostkirchen werden gemäß der östlichen Tradition auch verheiratete Männer zu den Weihen zugelassen mit Ausnahme des Bischofsamtes.

Der Diakon

Für angehende Priester bildet die Diakonenweihe die erste Stufe des Weihesakraments. Sie ist ein notwendiger Schritt auf dem Weg zur Priesterweihe und zugleich eine Zeit der Einübung in den geistlichen Dienst. In dieser Phase lernen die Kandidaten, sich ganz in den Dienst der Menschen zu stellen und sich innerlich mit Christus zu verbinden.  

 

Neben dem Diakonatt, das auf die Priesterweihe vorbereitet, gibt es auch den sogenannten ständigen Diakonat. Männer, die sich für diesen Weg entscheiden, leben dauerhaft in dieser Berufung. Viele von ihnen sind verheiratet und stehen mitten im Leben.

Mehr über den Diakon

Diözesanes Institut für den
Ständigen Diakonat

Der Priester

Ein Priester wird aus dem Volk genommen und zum Dienst am Volk gesandt. Der Begriff „Priester“ stammt vom griechischen Wort presbyteros, was „der Älteste“ bedeutet. Priester leiten Pfarreien, feiern Gottesdienste – insbesondere die Eucharistie – und sind für die Spendung der Sakramente der Taufe, Buße und Krankensalbung zuständig. Er steht der Eheschließung von Brautleuten vor. Je nach Funktion tragen sie unterschiedliche Titel, etwa Pfarrer, Moderator, Vikar oder Kaplan. Manche Priester arbeiten auch außerhalb einer Pfarrei, etwa innerhalb ihrer Ordensgemeinschaften oder anderen kirchlichen Orten. Miteinander bilden sie das Kollegium des Presbyteriums, an dessen Spitze der Bischof steht.

Mehr über den katholischen Priester
Priesterweihe 2025
Erzdiözese Wien/Stephan Schoenlaub / Priesterweihe 2025

Die Priesterweihe

„Hier bin ich!“ – Mit diesem klaren Bekenntnis antworten die Weihekandidaten auf den Ruf Gottes.

 

Die Priesterweihe ist eine feierliche und tief bewegende Liturgie voller kraftvoller Zeichen:

 

  • Handauflegung
  • Weihegebet
  • Salbung
  • Primizsegen
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Der Bischof

Ein Bischof kann nur mit Zustimmung des Papstes ernannt werden und steht nicht nur seiner Diözese vor, sondern immer auch im Dienst der Weltkirche. Alle Bischöfe sind Mitglieder der Bischofskonferenz ihres Landes. Sie spenden das Sakrament der Weihe zum Diakon oder zum Priester und beauftragen diese zum seelsorglichen Dienst. Der Bischof wählt das Team mit dem er die Diözese leitet selbst aus.

Mehr über den Bischof

Wie läuft eine Bischofsweihe ab?

Die Bischofsweihe ist eine feierliche Liturgie, die die Berufung eines Menschen in das apostolische Amt sichtbar macht. Eingebettet in die Eucharistie, umfasst sie zentrale Riten wie die Handauflegung, das Weihegebet und die Übergabe der Insignien. Diese Zeichen verdeutlichen die Einheit mit der Kirche und die Verantwortung des neuen Bischofs als Lehrer, Hirte und Diener der Sakramente.

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